Louise Weiss

1893 - 1983


Louise Weiss stammt aus einer elsässischen Familie und ist 1893 in Arras (Pas-de-Calais) geboren. Sie war Studienrätin für Geisteswissenschaften und mit dem Diplom der Universität Oxford ausgezeichnet. Ihre Ehe mit Joseph Imbert wurde nach zwei Jahren geschieden.

Von 1914 bis 1918 arbeitete sie als Kriegskrankenschwester und gründete ein Krankenhaus in den Côtes-du-Nord. Während des Zweiten Weltkrieges war sie in der Résistance aktiv. Sie war Mitglied des Netzes Patriam Recuperare und von 1942 bis 1944 Chefredakteurin der geheimen Zeitung "Nouvelle République".

In der Zwischenkriegszeit setzte sie sich aktiv für die politischen Rechte der Frauen ein. 1934 gründete sie mit Cécile Brunsvicg die Vereinigung "La femme nouvelle" (Die neue Frau), die das Frauenwahlrecht und die Stärkung der Rolle der Frauen im öffentlichen Leben anstrebte. Sie beteiligte sich an der Kampagne für das Frauenwahlrecht in Frankreich, organisierte Suffragette-Kommandos, demonstrierte und ließ sich mit anderen Frauen an eine Laterne in den Straßen von Paris anketten. 1935 klagte sie ohne Erfolg vor dem französischen Conseil d'Etat gegen die "Wahlunfähigkeit der Frauen".

Als politische Journalistin tätig, gründete sie 1918 die Wochenzeitschrift "Europe nouvelle" (Neues Europa), die sie bis 1934 herausgab.

Sie reiste um die ganze Welt: Naher Osten, Japan, China, Viet-Nam, Afrika, Kenia, Madagaskar, Alaska, Indien, usw. und drehte dort 30 Dokumentarfilme sozialen Inhalts. Die Schriftstellerin Louise Weiss zählt zu ihren bekanntesten Werken die 5 Bücher der "Mémoires d'une Européenne" (Erinnerungen einer Europäerin), zeichnete sich aber auch durch "La Marseillaise" (1945-47), "Sabine Legrand" (1952) oder "Le voyage enchanté" (1960) aus.

Europäisches Parlamentsgebäude, Straßburg, IPE IV-Bâtiment Louise WeissIhre Liebe galt Europa. Welch schöneres Geschenk konnte sie da von Europa erwarten, als seit der ersten Direktwahl des Europäischen Parlaments am 17. Juli 1979 bis zu ihrem Tod am 26. Mai 1983 Europaabgeordnete und erste Alterspräsidentin des Europäischen Parlaments zu sein? Louise Weiss ist das Symbol für visionäres Engagement geblieben, und zwar sowohl für die Sache der Frauen als auch für die Sache Europas. Ihr zu Ehren trägt das neue Palais, das seit 1999 das Europäische Parlament in Straßburg beherbergt, den Namen "IPE IV-Bâtiment Louise Weiss".

Louise Weiss war auch im Rahmen ihrer zahlreichen Tätigkeiten Ehrenmitglied des Oberen Universitätsrats in Straßburg, Trägerin des Robert-Schuman-Preises und Großoffizier der Ehrenlegion.


zum Seitenanfang


[Start] [Chronik] [Frauenwahlrecht] [Frauentag]
[Art. 3 Abs. 2 GG]
[Nobel-Frauen] [Patente-Frauen] [Biografien] [Zitate] [Nachgeschlagen] [Links]
[Gästebuch] [Kontakt]
 





Counter