Elsa Schiaparelli

10.9.1890 - 13.11.1973









Sie war und bleibt der Paradiesvogel unter den Pariser Couturiers. Elsa Schiaparelli, Freundin der Dadaisten und Surrealisten und selbst Schöpferin von wundersamen Kunstwerken aus Stoff, Imagination und Inspiration, liebte es zu überraschen, zu schockieren, in Staunen zu versetzen. In ihrer großen Zeit zwischen den Kriegen gelang es ihr, der Haute Couture ein neues Terrain zu erobern, in dem sich für alle Zeiten Eleganz auf Extravaganz reimen wird.
Elsa Schiaparelli, Modeschöpferin und Surrealistin der Vorkriegsära, hat einmal gesagt: "Ich fand, dass Kleider zu entwerfen die schwierigste und unbefriedigendste Kunst ist. Sobald ein Kleid geboren ist, ist es auch schon Teil der Vergangenheit."

Elsa Schiaparelli wird am 10. September 1890 in Rom geboren. Ihr Vater ist ein bekannter Orientalist, ihre Mutter stammt aus einer Aristokratenfamilie. Mit ihrer Schwester Beatrice wächst Elsa in einem Renaissance-Palast auf. Als höhere Tochter darf sie die Schule besuchen, damals in Italien ein Privileg der Oberschicht.

Die Eltern erziehen sie streng religiös. Nach dem ersten Kuss hat das sensible Mädchen Schuldgefühle und vertraut sich einem Priester an. Dieser kanzelt sie als Sünderin ab. Von nun an verbirgt Elsa ihre Gefühle. Später wird sie sogar "Schutzkleider" entwerfen.

Erst mit 18 Jahren darf Elsa selbst entscheiden, was sie anziehen will. Aus den Schottenröcken ihrer Kindheit und bunten Oberteilen kreiert sie ihren eigenen Stil. Mit 19 studiert sie Philosopie und veröffentlicht Gedichte unter dem Titel "Arethusa" - eine mythologische Frauenfigur, die sich vor männlichen Aggressionen schützen muss. Ihre Eltern sind außer sich und schicken Elsa in ein Kloster. Erst nach einem Hungerstreik darf sie nach Hause zurück. Bald darauf wollen die Eltern sie verheiraten. Doch Elsa hat sich in Pino, einen einfachen Jungen aus Neapel verliebt. Auf Drängen der Eltern muss sie sich von Pino trennen.

Mit 22 Jahren geht Elsa nach England, um in einem Waisenhaus zu arbeiten. Sie verliebt sich in den Franzosen William de Wendt de Kerlor und wandert mit ihm 1919 nach Amerika aus. Doch bereits während ihrer Schwangerschaft betrügt William Elsa. Nach der Geburt der Tochter Gogo trennt sie sich von ihrem Ehemnn und lebt allein mit ihrem Kind in New York.

Durch eine Freundin lernt sie dort den Künstler Marcel Duchamp und den Fotografen Man Ray kennen. Deren Surrealismus fasziniert Elsa. Im Jahr 1922 kehrt sie mit ihrer Tochter nach Paris zurück. Weil sie Geld braucht, designt sie Pullover mit ungewöhnlich Motiven, z. B. Seemannstätowierungen oder Linien, die den Brustkorb nachzeichnen. Die Pariser Oberschicht reißt sich darum. Elsa erweitert ihr Sortiment um Badeanzüge mit Hosenträgern oder skandalös tiefem Rückenausschnitt. 1927 eröffnet sie einen eigenen Salon. Für ihre erste große Kollektion 1929 entwirft sie afrikanisch inspirierte, bunte Hosenröcke und bestickt Jacken mit marokkanischen Ornamenten. "Shocking Pink" wird zu ihrem Markenzeichen.

Durch ihren kometenhaften Aufstieg lernt Elsa viele Prominente kennen. Salvador Dali schmückt ein Abendkleid mit einer überlebensgroßen Languste. Pablo Picasso malt ein Porträt von ihr.

Das Künstlerische steht bei Elsa Schiaparelli im Vordergrund - im Gegensatz zu ihrer Kokurrentin Coco Chanel, die auf luxuriöse Schlichtheit setzt. Elsa dagegen will die Frauen ermuntern, sich auf das Territorium der Männer vorzuwagen, z. B. in Hosenanzügen, deren Schultern sie polstern lässt. Stars wie Marlene Dietrich oder Grata Garbo tragen Elsas Modelle.

Privat bleibt Elsa verschlossen. Sie hat viele Liebhaber, heiratet aber keinen von ihnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist statt Elsa Schiaparellis Fantasie der nüchterne Stil von Christian Dior angesagt. Ihre Ideen verkaufen sich nicht mehr. 1952 musste sie ihr Atelier schließen.

Mit 83 Jahren stirbt Elsa Schiaparelli am 13. November 1973 in Paris.


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