Qiu Jin

1875 - 15.07.1907


Sie stritt für die Rechte der Frauen und gegen die Kolonialherren in China

Als jüngstes Kind und einzige Tochter einer Beamtenfamilie kommt Qiu Jin, "Juwel des Herbstes", 1875 auf der Insel Xiamen zur Welt. Sie verbringt eine für ein chinesisches Mädchen ungewöhnliche Kindheit. Das Fußbinden, das anderen die begehrten, aber verkrüppelten "Lilienfüße" beschert, bleibt ihr weitgehend erspart. Qiu Jin lernt lesen und schreiben und ein Onkel bringt ihr das Reiten und die Schwertkampfkunst bei. Die Sagengestalt Mulan wird ihr Vorbild. Wie sie will sie kämpfen - vor allem gegen die Europäer, die das Reich der Mitte unter sich aufgeteilt haben und das Volk demütigen. "Chinesen und Hunde unerwünscht" steht an ihren Türen.

Sehr spät, mit 21, wird Qiu Jin verheiratet - das vorläufige Ende ihrer Freiheit. Nachdem sie eine Tochter und einen Sohn zur Welt gebracht hat, verbessert sich ihre Stellung in der Familie. Als sie mit Mann und Kinder nach Peking zieht, blüht Qiu Jin auf. Sie findet Freundinnen, liest und diskutiert Gedichte und Romane.

1901 erlebt sie, wie der "Boxeraufstand" blutig niedergeschlagen wird und beginnt, sich für Politik zu interessieren, für die Befreiung Chinas und die der Frauen. Sie streitet gegen das Fußbinden und für Mädchenschulen. Bald aber will sie mehr bewegen. 1904 verlässt sie Mann und Kinder und zieht nach Japan, wo Frauen studieren dürfen. Auch nach außen verändert sie sich radikal. Qiu Jin trägt jetzt Männerkleidung. Unter den Studierenden wird die Dreißigjährige bald zur Wortführerin. Sie schließt sich chinesischen Umstürzlern an, lernt Bomben zu bauen und mit Waffen umzugehen.

1906 kehrt Qui Jin zurück nach China. In Shanghai gründet sie Chinas erste Frauenzeitung. Als sie die Chance erhält, Schulleiterin in Shaoxing zu werden, sagt sie zu. Steuererhöhungen haben den Hass auf die Regierung verstärkt, Tausende protestieren gegen den Hunger. Gemeinsam mit ihrem Cousin, dem Chef einer Polizeischule, stellt Qiu Jin eine paramilitärische Einheit zusammen. Auch ihre Schülerinnen schließen sich an.

Im Juni 1907 ist alles für einen Aufstand vorbereitet. Doch der Plan scheitert, weil einige Rebellen zu früh losschlagen. Sie werden verhaftet, Qiu Jins Cousin wird hingerichtet. Trotzdem gibt Qiu Jin nicht auf. Als ihre Mitverschwörer wenig später von herannahenden Soldaten hören, fliehen sie. Qiu Jin bleibt allein zurück, um Spuren zu vernichten.

Qiu Jin wird verhaftet. Vor Gericht sagt sie kein einziges Wort. Nur vier Jahre, bevor sich ihr Traum von einem republikanischen China erfüllt, wird Qiu Jin zum Tode verurteilt und am 15. Juli 1907 enthauptet.



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