Ida Pfeiffer

14.10.1797 - 27.10.1858


Die Wienerin, Ida Pfeiffer, reiste Mitte des 19. Jahrhunderts als eine der ersten Frauen allein um die Welt.

Ida Pfeiffer wurde am 14. Oktober 1797 in Wien geboren. Ihr Vater, der Textilfabrikant Aloys Reyer, stirbt, als sie 9 Jahre alt war. Hatte sie bislang mit ihren fünf Brüdern in Hosen herumgetollt, mit Gewehr und Trommeln gespielt, sollte sie sich nun nach dem Willen ihrer Mutter endlich wie ein Mädchen benehmen, Röcke tragen, Klavierunterricht nehmen und gemessene Schritte machen. Doch vorerst tut Ida keinen einzigen Schritt, bis die Mutter ihr schließlich wieder die geliebten Hosen zurückgibt. Der Aufschub währt nur vier Jahre. Dann ist endgültig Schluß mit den "verkehrten Ideen", wie Idas Mutter das nennt. Ida stürzt sich in die Lektüre von Reiseberichten, liest alles, was sie über fremde Länder finden kann. Aber erst viele Jahre später wird sie ihrer Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuern nachgeben können.

1820 geht Ida mit dem 24 Jahre älteren Rechtsanwalt Dr. Mark Anton Pfeifer eine Vernunftehe ein und bekommt zwei Söhne. Fast 45 Jahre alt, ihre beiden Kinder sind erwachsen, vom Mann lebt sie getrennt, bekommt Ida Reisefieber und packt ihre Koffer.

Am 22. März 1842 verlässt Ida Pfeiffer mit nur geringer Barschaft ihre Heimatstadt Wien auf einem Dampfer in Richtung Jerusalem. Zu einer Zeit, als der Orient von bewaffneten Expeditionen eben erst erkundet wurde, war es völlig undenkbar, dass sich eine Frau ohne männlichen Begleitschutz auf ein solches Abenteuer einließ. In Jerusalem besucht sie die historischen Orte aus dem Leben Jesu Christi, regt sich auf über die durchaus körperlichen Balgereien zwischen den verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen und wagt sich schließlich im Schutze einer bewaffneten Mannschaft bis zum Roten Meer. Nach fast neun Monaten kehrt Ida heim. Doch ihr Fernweh lässt sie jetzt nicht mehr los. In den Jahren 1846 und 1851 tritt sie von Wien aus strapaziöse, mehrere Jahre dauernde Weltreisen an. Zurück in ihre Heimat kommt sie nur noch um Pflanzen und andere "Reise-Mitbringsel" zu verkaufen und neue Reisen vorzubereiten. Schilderungen ihrer Reisen erscheinen unter anderem als Feuilletons in der Presse. Idas Reisetagebücher werden zu Bestsellern und in sieben Sprachen übersetzt.

Noch mit 60 will Ida Pfeiffer nach Australien, muss die Reise aber auf Mauritius abbrechen, weil sie am Madagaskar-Fieber erkrankt. Sie kehrt geschwächt nach Wien zurück und stirbt in der Nacht von 27. auf den 28. Oktober 1858.

Zum Weiterlesen:
Gabriele Habinger: Eine Wiener Biedermeierdame erobert die Welt.
Die Lebensgeschichte der Ida Pfeiffer (1797-1858).
Promedia Verlag, 1997.

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