Rosa Parks

4.2.1913 - 24.10.2005

amerikanische Bürgerrechtlerin


1955 weigerte sie sich, ihren Sitzplatz im Bus einem weißen Mann zu überlassen und wurde verhaftet.

Am 4. Februar 1913 wurde Rosa in Tuskegee/Alabama geboren. Der Vater, ein Zimmermann, verließ 1915 die Familie und Rosa Parks wuchs zusammen mit ihrem Bruder bei ihrer Mutter auf der Farm ihrer Großeltern in Pine Level/Alabama auf.

Schon vor dem ersten Schulbesuch brachte die Mutter Rosa das Lesen bei und förderte ihr Interesse für Bücher. Im Alter von elf Jahren besuchte Rosa Parks eine private Schule für Mädchen, die von liberalen Nordstaatlern gegründet wurde.

1932 heiratete sie den Friseur Raymond Parks, der in der Wahlrechtsbewegung für Schwarze aktiv mitwirke. Auch Rosa Parks engagierte sich in verschiedenen Bürgerrechtsorganisationen in Montgomery. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie in dieser Zeit als Haushälterin, Näherin oder Versicherungsverkäuferin.

Ihren Ruf als "Mutter der Bürgerrechtsbewegung" erwarb sich Rosa Parks 1955 im Zusammenhang mit dem Montgomery Bus Boykott. In Montgomery waren die ersten Reihen in den Bussen für weiße Passagiere reserviert, dahinter kamen Sitze, die von Farbigen benutzt werden durften. Am 1. Dezember 1955 fuhr Rosa Parks nach der Arbeit mit dem Bus nach Hause und nahm im mittleren Teil des Busses Platz. Als der weiße Busfahrer sie aufforderte, ihren Platz für einen Weißen frei zu machen, weigerte sich Rosa Parks und blieb einfach sitzen, worauf sie verhaftet und ins Gefängnis gebracht wurde.

Der stille Protest der Rosa Parks sprach sich schnell herum. Um gegen die disriminierende Rassentrennung vorzugehen, bereitete der Women's Political Council einen Boykott der Buslinien vor. Unterstützt wurde der Boykottaufruf von der neugegründeten Montgomery Improvement Association unter der Führung von Martin Luther King Jr.

Das Resultat war überwältigend. Während die lokalen Verkehrsbetriebe nach der Festnahme von Rosa Parks von Tag zu Tag immer größere Verluste einfuhren, liefen die Schwarzen - oft kilometerweit - singend und händehaltend zu Fuß. Am 21. Dezember 1956, nach 382 Tagen, wurde schließlich durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofes der USA die Rassendiskriminierung in Bussen in Montgomery aufgehoben.

Die Ereignisse wirkten sich jedoch auch auf das private Leben von Rosa Parks aus. Genau wie viele andere Boykotteure hatte sie in dieser Zeit ihre Arbeit verloren. Während und auch nach Beendigung des Boykotts erhielt sie zahlreiche Drohanrufe. Ihr Ehemann erlitt einen Nervenzusammenbruch. Daraufhin zog das Ehepaar 1957 nach Detroit, wo Rosa Parks jüngerer Bruder lebte. Hier war sie zunächst wieder als Näherin tätig, trat aber häufig bei Veranstaltungen der Bürgerrechtsbewegung auf. Der Detroiter Kongreßabgeordnete John Conyers, ein führender Bürgerrechtler, bot Rosa Parks 1965 Arbeit in seinem Büro an.

1987 gründete Rosa Parks das "Rosa and Raymond Parks Institute for Self-Development", eine Einrichtung für Jugendliche in Detroit. In einem speziellen Programm, "Pathways to Freedom", wird Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, bei einer Busreise durch das Land die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung in Amerika näher kennenzulernen.

US-Präsident Bill Clinton verlieh im Mai 1999 der inzwischen 86jährigen schwarzen Bürgerrechtlerin die Goldene Ehrenmedaille des Kongresses (Congressional Gold Medal of Honor). 2001 wurde das Rosa Parks Library and Museum in Montgomery in Alabama eröffnet, das Rosa Parks Lebengeschichte gewidmet ist.

Rosa Parks starb am 24. Oktober 2005 in Detroit. Laut einstimmigem Beschluss des US-Senats wurde die verstorbene US-Bürgerrechtlerin im Capitol öffentlich aufgebahrt. Sie ist die erste Frau in den USA, welcher diese besondere Ehrung zu teil wurde. Beigesetzt ist Rosa Parks in Detroit, wo sie ihre letzten Lebensjahre verbrachte.

Linktipp:
Troy Montgomery Campus
Rosa Parks Library and Museum

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