Raden Adjeng
Kartini

21.4.1879 - 17.9.1904

indon. Frauenrechtlerin


Vier Tage nach der Geburt ihres Sohnes stirbt die 25jährige Raden Adjeng Kartini auf Mittel-Java. Die Tochter eines javanesischen Aristokraten hat auf dem Gebiet der Mädchenbildung wertvolle Pionierarbeit geleistet. Ihr Geburtstag wird in allen Mädchenschulen gefeiert.

Ihr Name ist für die indonesischen Frauen mit dem Begriff der Emanzipation verbunden. Sie erkannte, dass die sozialen Mißstände in Indonesien nicht nur auf die Kolonialpolitik, sondern auch auf frauenfeindliche Traditionen zurückzuführen sind. Kartini protestierte gegen die Unfreiheit der Frauen, gegen die Sitte, schon junge Mädchen gegen ihren Willen zu verheiraten, und vor allem gegen die Polygamie. Mädchen wurden ausschließlich auf ihre zukünftige Rolle als Mutter und Ehefrau festgelegt. Hier lag der Ansatz für Kartinis Engagement, das sie zur Vorkämpferin für die Frauen machte.

"Es wäre ein solcher Segen für Indonesien, wenn die Frauen eine gute Bildung erhielten. Der einzige Weg, der einem javanischen Mädchen, und speziell einem hochgeborenen Mädchen offensteht, ist die Heirat. Die einzige Möglichkeit, vor solch einem Leben zu entfliehen, ist für ein Mädchen zu lernen, unabhängig zu sein", schrieb sie 1901. Zwei Jahre später geht ihr großer Wunsch in Erfüllung: Sie eröffnet eine kleine Schule für indonesische Mädchen. Auch soll sie von der niederländischen Regierung eine Beihilfe erhalten, um sich durch ein Studium für ihre Lehrtätigkeit zu qualifizieren. Das Studium lehnt sie schließlich ab, um einen Mann zu heiraten, mit dessen Unterstützung sie eine neue Schule in Rembang eröffnet.

60 Jahre nach ihrem Tod wird Raden Adjeng Kartini in Indonesien zur Nationalheldin.



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