Amelia Earhart

24.7.1897 - 2.7.1937


Sie überflog als erste Frau den Atlantik. Neun Jahre später verschwand sie spurlos über dem Pazifik.

Amelia Earhart wird am 24. Juli 1897 in Atchison in Kansas geboren. Ihr Vater, ein Rechtsanwalt mit mässigem Erfolg, und die Mutter ziehen 1905 aus beruflichen Gründen nach DesMoines. Amelia bleibt mit ihrer Schwester in Atchison und verbringt ihre Kinderheit im Hause der Großeltern. 1917 absoviert sie eine Ausbildung als Schwesternhelferin und tritt 1918 als Freiwillige Helferin in den Lazarettdienst ein. Nach dem ersten Weltkrieg beginnt Amelia ein Medizinstudium an der Columbia Universität, welches sie, trotz gutem Studienfortschritt, 1920 wieder abbricht. Sie entschließt sich zu einem Zusammenleben mit ihren Eltern, die zwischenzeitlich nach Kalifornien gezogen sind.

Ihre Leidenschaft für die Fliegerei entdeckt Amelia als sie eines Tages, gemeinsam mit ihrem Vater, das „aerial meet", eine Flugschau am Daugherty Airfield in Long Beach besucht. Spontan trifft sie die Entscheidung, "eine dieser Teufelsmaschinen fliegen zu lernen". In den darauffolgenden Monaten lernt Amelia Earhart bei Anita „Neta" Snook am Kinner Airfield in Long Beach das Fliegen. Mit Gelegenheitsjobs und Geld von ihrer Familie finanziert sie die teuren Flugstunden und kauft im Juli 1921 ihr erstes Flugzeug, einen Prototyp von Kinner, das sie „The Canary" tauft. Ab Oktober 1922 beginnt sich Amelia Earhart an Rekordversuchen zu beteiligen und erzielt während einer ihrer ersten Alleinflüge den Höhenrekord für Frauen mit 14.000 Fuß. Doch die Ernüchterung folgt. In der Männerdomäne Luftfahrt findet sie als Pilotin keine Arbeit. Nach zwei Jahren sucht sich Amelia enttäuscht einen Job als Sozialhelferin.

Ein Telefonanruf am 27. April 1928 sollte ihr Leben nachhaltig verändern. Der Anrufer, Captain H.H. Railey, ist vom New Yorker Verleger George Palmer Putnam beauftragt worden, eine Frau zu finden, die bereit ist, an einem Flug über den Atlantik teilzunehmen, was bis dahin noch von keiner Frau gewagt worden. Ohne zu zögern ergreift Amelia die Gelgenheit, auch wenn sie auf dem Flug - sie hat keinerlei Erfahrung mit mehrmotorigen Maschinen, noch mit Instrumentenflug - nur Passagierin sein sollte. Zwar wird sie offiziell zum "Commander" auf diesem Flug ernannt, doch die Durchführung bleibt in den Händen der beiden Piloten Wilmer Stultz und Louis Gordon. Nach einem aufregenden Start in Trepassey, Neufundland am 3. Juni 1928 landet die dreimotorige Fokker Friendship nach 20 Stunden und 40 Minuten Flugzeit sicher in Burry Port, New South Wales. Amelia wird mit Gratulationen überhäuft und ist plötzlich berühmt. Da ihr fliegerisches Können wenig zum Erfolg des Fluges beigetragen hat, reagiert Amelia ungehalten auf ihre neue Popularität. "Ich bin eine falsche Heldin", sagt sie und beschließt, den Transatlantikflug noch einmal zu wagen.

Vorerst vermarktet sie geschickt ihren Ruhm und wird dadurch finanziell unabhängig. Sie kauft sich ein Flugzeug. Neben ihrem Training hält sie Vorträge zum Thema "Frauen in der Luftfahrt", arbeitet als Luftfahrtredakteurin für das Magazin "Cosmopolitan" und nimmt mit ihrer Lookheed Vega 1929 am ersten Frauenwettfliegen im kalifornischen Santa Monica teil. Ein Jahr später willigt sie überraschend in den sechsten Heiratsantrag des PR-Managers George Putnam ein und heiratete ihn am 7.2.1931. Putnam unterstützt die mutigen Pläne seiner Frau, für die sich am 19. Mai 1932 ein Traum erfüllt. In 13,5 Stunden überquert Amelia im Solo-Flug den Atlantik. Begeistert wird sie in Europa empfangen und ebenso wie in Amerika mit offiziellen Ehrungen ausgezeichnet. Es war der längste Nonstop-Flug einer Frau und die schnellste Atlantiküberquerung. Seit Lindberghs Flug 1927 (Flugdauer 33 Stunden 32 Minuten) hat niemand mehr eine Solo-Nonstop-Atlantiküberquerung gewagt. Im Januar 1935 gelingt ihr, was noch keiner geschafft hat: Sie überwindet die fast 4000 Kilometer lange Pazifikstrecke von Hawaii nach Kalifornen.

"Ich habe das Gefühl, dass mir nur noch ein guter, bedeutender Flug bleibt und ich hoffe, es ist dieser." sagt die 39jährige, als ihr letzter Traum, die Welt zu umfliegen, in greifbare Nähe rückt. Am 1. Juni 1937 startet sie zu einem Flug rund um die Welt. Zwei neue Rekorde peilt sie an: Als erste Frau um die Welt zu fliegen und dies auf der längst möglichen Strecke - der Äquatorialroute. Als Fluggerät wählt sie eine zweimotorige Lockheed Electra 10E, als Navigator Frederick Noonan, einen ehemaligen Navigator auf einem Pan American Pacific Clipper.

Am 2. Juli 1937, auf der vorletzten Etappe ihres Fluges, setzt Amelia Earhart um 07:20 GMT eine Positionsmeldung ab, nach der sich das Flugzeug auf geplantem Kurs, zirka 20 Meilen südwestlich der Insel Nukumanu befindet. Verschiedene kurze, unvollständige Funksprüche werden von der Itasca, einem Kutter der US Coast, der Amelia Earhart als Funkrelaisstation dient, später noch aufgefangen. Um 19:30 GMT empfängt die Itasca den folgenden Funkspruch: "KHAQQ calling Itasca. We must be on you but cannot see you ... gas is running low ...". Die Lockheed Electra bleibt verschwunden. Es wird vermutet, dass das Flugzeug in den Pazifik gestürzt sein muss. Eine sofort eingeleitete Suchaktion, an der sich 9 Schiffe und 66 Flugzeuge beteiligen wird ergebnislos am 18. Juli eingestellt.

-gm-

zum Seitenanfang


[Start] [Chronik] [Frauenwahlrecht] [Frauentag]
[Art. 3 Abs. 2 GG]
[Nobel-Frauen] [Patente-Frauen] [Biografien] [Zitate] [Nachgeschlagen] [Links]
[Gästebuch] [Kontakt]
 





Counter