Joséphine Baker

3.6.1906 - 12.4.1975






Weltruhm brachte ihr jener legendäre Abend des
7. Oktobers 1925 im "Theatre des Champs Elysees" zu Paris, als die temperamentvolle Tänzerin der "Revue Negre" im Bananenröckchen auftrat.


Als Joséphine Freda MacDonald am 3. Juni 1906 in den Slums von St. Louis/Missouri zur Welt kommt, hat die schwarze Bevölkerung kaum Rechte. Joséphine ist die älteste von drei Geschwistern. Die Mutter lebt in ärmlichen Verhältnissen, der Vater hat die Familie verlassen. Joséphine muss mit acht Jahren als Dienstmädchen arbeiten, hat kaum genug zu essen und anzuziehen. Gerade 13 Jahre alt heiratet Joséphine, schließt sich einer Wandertruppe an und tritt in zweitklassigen Revues auf. Das Paar trennt sich schon bald wieder. Joséphine heiratet 1921 ein zweites Mal, verlässt auch diesen Mann nach kurzer Zeit und geht nach New York. Nach vielen Absagen erhält sie ein Engagement in der New Yorker Music Hall mit der Tanz-Komödie "Shuffle Along". Sie tanzt zwar nur in der letzten Reihe, doch ihr Talent entdeckt Caroline Reagan, eine wohlhabende Weiße und Förderin der schwarzen Musik. Sie bietet Joséphine ein Engagement in der "Revue Nègre" in Paris an. Das wird der Beginn einer beispiellosen Karriere - mit Joséphine hält der Jazz hot (Charleston) einen erfolgreichen Einzug in Europa.

Auf ihren Tourneen durch Europa und Lateinamerika muss Joséphine Baker die Erfahrung machen, dass die Rassendiskriminierung keine typisch amerikanische Erscheinung ist. In Wien werden 1928 anlässlich ihres Gastspiels Sondergottesdienste "als Buße für schwere Verstöße gegen die Moral, begangen von Joséphine Baker" abgehalten. In Deutschland sind die Auftritte des "Halbaffen" verboten. Als sie 1935 in St. Moritz Urlaub macht, wird sie gebeten den Dienstboteneingang zu benutzen und und in New York wird ihr als Schwarze der Zugang zu einem Nachtlokal verwehrt.

1937 geht Joséphine die dritte Ehe mit dem jüdischen Makler Jean Lion ein und nimmt die französische Staatsbürgerschaft an. Als die Deutschen 1940 Paris besetzen engagiert sie sich für die Résistance und den französischen Geheimdienst und wird für ihr Engagement später mit dem "Croix de Guerre" ausgezeichnet.

1947 heiratet sie den Musiker Jo Boullion. Joséphine, die selbst keine Kinder bekommen kann, adoptiert zwölf Kinder unterschiedlicher Hautfarbe und Religion aus aller Welt. Mit der sogenannten Regenbogenfamilie will sie zeigen, dass unterschiedliche Kulturen friedlich miteinander leben können. Als sie sich 1956 von Jo Boullion trennt, geht sie mit ihren Kindern nach Monaco. Vorübergehend zieht sie sich aus dem Showgeschäft zurück, doch Geldnot zwingt sie zum Weiterzumachen.

Joséphine Baker ist fast 69 Jahre alt, als sie 1975 in Paris ihr 50jähriges Bühnenjubiläum feiert. Einen Tag nach der Premiere erleidet sie einen Herzanfall und stirbt kurz darauf am 12. April 1975.


Zum Weiterlesen:
Bryan Hammond, Patrick O'Connor: "Josephine Baker. Die schwarze Venus", Heyne Biographien


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